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Dimitri Verhulst

Madame Verona steigt den Hügel hinab

Roman

Originaltitel: Mevrouw Verona daalt de heuvel af
Originalverlag: Uitgeverij Contact
Aus dem Flämischen von Rainer Kersten

Deutsche Erstausgabe

Taschenbuch, Klappenbroschur, 112 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-630-62129-6
€ 7,00 [D] | € 7,20 [A] | CHF 10,50* (* empf. VK-Preis) empfohlener Verkaufspreis
Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erscheinungstermin: 2. Januar 2008
Dieser Titel ist lieferbar.

Dimitri  Verhulst - Madame Verona steigt den Hügel hinab
 
 
 

Madame Verona steigt den Hügel hinab

 

Buchinhalt

Nach seiner burlesken Outcast-Geschichte „Die Beschissenheit der Dinge“ erzählt Dimitri Verhulst in seinem neuen Roman vom Niedergang des Dorfes Oucwègne. Seine Gangart ist melancholischer, seine Sprache barocker, aber seine Figuren mindestens so lebensprall und skurril und liebenswert. Vor allem Madame Verona: Eines kalten Februarnachmittags verheizt sie das letzte Scheit Holz, das ihr geliebter Mann vor über zwanzig Jahren für sie schlug, und steigt von ihrem Haus auf dem Hügel ins verschneite Dorf hinab, um auf den Tod zu warten. Ihr einziger Begleiter ist ein Hund, zu dem sie, wie schon zu mehreren seiner Artgenossen zuvor, ein inniges Verhältnis entwickelt hat. In Rückblicken erfahren wir die Geschichte von Verona und ihrem Mann, die sich auf der Musikakademie kennenlernten, er als komponierender Pianist, sie als Cellistin. Im Dorf wurde er immer nur „Pottenbakker“ (Töpfer) genannt, denn „Künstler machen doch alle so ’n Zeugs“. Auch die Geschichten und Anekdoten der anderen Dorfbewohner entfalten sich, zum Beispiel die des Kneipiers Gordon, der im ehemaligen katholischen Kino ehrenamtlich eine Mischung aus Kneipe und Kommunikationszentrum betreibt, oder die von Rosetta Courthéoux, die das letzte Lädchen im Dorf besitzt. Wir hören von Madame Lunette, die Tier- und zugleich Allgemeinärztin des Dorfes ist und damals, vor über zwanzig Jahren, bei Herrn Pottenbakker die Diagnose Lungenkrebs stellte, worauf der besagten Holzvorrat anlegte, noch einmal mit Verona ins Bett ging und sich dann in dem zum Grundstück gehörenden Wald an einem Laubbaum erhängte.

Nicht nur er, die 40-Seelen-Gemeinde überhaupt ist dem Untergang geweiht: Wegen akuten Frauenmangels, den Lucie als einziges weibliches Wesen der jüngeren Generation trotz aufopferungsvollen Einsatzes nur begrenzt ausgleichen kann, suchen die Männer regelmäßig Erleichterung in gemeinsamen Busreisen zum nahe gelegenen Bordell La Neptune. Natürlich wird auch die schöne junge Witwe Verona aus diesem Grunde intensiv beäugt, aber es traut sich keiner so recht an sie heran, bis sie, ausgerechnet in dem Jahr, als eine Kuh Bürgermeister wird, einen anderen Mann bei sich empfängt. Es stellt sich heraus, daß der Fremde ein Cellobauer ist, der auf ihr Geheiß ein solches Instrument aus dem Baum bauen soll, an dem ihr Mann sich erhängte. Die zwanzig Jahre Wartezeit, bis das Holz abgelagert ist, nimmt sie gerne auf sich, doch als sie dann endlich das Cello streicht, gibt es nur hässliche Töne von sich. Nachdem sie einen Sommer lang mit dem unhörbaren Herrn Pottenbakker am Klavier bei offenem Fenster jeden Abend im Duett spielt, entschließt sie sich im Winter darauf – für sie selbst überraschend -, sich mit ihrem Hund unter die alte Platane im Dorfzentrum zu setzen. Die Kunst Dimitri Verhulsts zeigt sich daran, daß dieses Schlußbild von nichts anderem geprägt ist als von wehmütiger Schönheit. Bravourös entfaltet er ein breites Panorama auf engstem Raum und intoniert einen melancholischen Abgesang auf eine entschwindende Lebensgemeinschaft.

 
 

Kurzvita

Dimitri Verhulst wurde 1972 in Aalst, Belgien, geboren. 1999 veröffentlichte er seinen ersten Roman, seine Gedichte wurden für den "C. Buddingh Prize" nominiert. Der Roman "Problemski Hotel" (2003) erschien in neun Ländern. In "Die Beschissenheit der Dinge" erzählt Dimitri Verhulst seine eigene Geschichte. Schreibend will er sich seiner Wurzeln versichern, denn eins ist klar: Literatur ist für ihn die einzige Möglichkeit, wieder festen Boden unter den Füßen zu bekommen.

 
 

Titelübersicht

» Das Leben, von unten gesehen
» Der Bibliothekar, der lieber dement war als zu Hause bei seiner Frau
» Die Beschissenheit der Dinge
» Die letzte Liebe meiner Mutter
» Die Unerwünschten
» Madame Verona steigt den Hügel hinab

 
 
 
 

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