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PRESSE Buchinfo

 

Michael Jürgs

Alzheimer

Spurensuche im Niemandsland

Paperback , Klappenbroschur, 448 Seiten, 12,5 x 20,5 cm
s/w-Abbildungen im Text
ISBN: 978-3-570-00934-5
€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 21,90* (* empf. VK-Preis) empfohlener Verkaufspreis
Verlag: C. Bertelsmann

Erscheinungstermin: 28. August 2006
Dieser Titel ist lieferbar.

Michael  Jürgs - Alzheimer
 
 
 

MICHAEL JÜRGS, „ALZHEIMER.
SPURENSUCHE IM NIEMANDSLAND“

Anlässlich des 100. Jahrestags der Entdeckung der Krankheit – die aktualisierte Neuauflage

 

Buchinhalt

München 1906, Königlich Psychiatrische Universitätsklinik. Der Neurologe Alois Alzheimer findet im Gehirn einer verstorbenen Patienten eher zufällig Spuren einer Krankheit, die einmal seinen Namen tragen wird. Eiweiß-Ablagerungen, tote Nervenzellen und verfilzte Faserbündel – seine Entdeckung, die Alzheimersche Krankheit, gilt inzwischen, auch im Zuge der demografischen Entwicklung, als eine der großen Herausforderungen für unsere Gesellschaft. Die Ursachen für das Verlöschen des Geistes, wer daran wann und warum erkrankt, sind aber bis heute völlig unklar.

Über eines sind sich die Forscher bislang jedoch einig: Alzheimer kann jeden treffen. Die Erkrankten verlieren langsam den Verstand – mehr als das: Ihnen entgleitet in einem unaufhaltsamen Absturz ins Nichts ihre Identität und damit ihr Selbst. Im fortgeschrittenen Stadium ist ihre Realität ver-rückt, die Außenwelt ist ihnen fremd, die Innenwelt ist nicht mehr fähig, sinnvoll zu reagieren. Die Verbindungen sind unterbrochen, das Netzwerk zwischen der Welt des Erkrankten und der wirklichen Welt zerstört. Am Ende stehen Auslöschung der Persönlichkeit, völlige Hilflosigkeit, Siechtum und schließlich der Tod.

Die Krankheit selbst sowie der Wissenschaftler Alois Alzheimer stehen im Mittelpunkt dieses Buchs. Auch die Biografie des Privatmannes Alzheimer ist eine spannende Geschichte, eine Geschichte von Schuld und Verdrängung. Seine früh verstorbene Frau Cäcilie war Jüdin, ihre drei Kinder galten in der perversen Logik der NS-Rassengesetze als Mischlinge. Wie sie das Dritte Reich überlebten, was das Vermögen seiner Frau mit der Entdeckung der Krankheit zu tun hatte, wie die frühe Entdeckung Alzheimers für Jahrzehnte vergessen wurde, ist nicht nur deutsche Historie, sondern auch ein packendes Stück Medizingeschichte, das sich wie ein Krimi liest.

Michael Jürgs hat sich auf die spannende Suche nach den Menschen begeben, die ihr Geist für immer verlassen hat. Er besuchte Pflegeheime und sprach mit Patienten, denen ihr Ich jeden Tag ein bisschen mehr geraubt wird. Er zitiert Fallstudien von berühmten Alzheimer-Kranken wie Herbert Wehner, Ronald Reagan, Iris Murdoch und nicht zuletzt Immanuel Kant. Er sprach mit Angehörigen ebenso wie mit Pflegepersonal und Ärzten, und er recherchierte in den Labors, in denen fieberhaft nach Mitteln gegen das furchtbare Vergessen geforscht wird. Die Reise in die Vergangenheit führt in eine hoffentlich nahe Zukunft, in der eine Heilung des Leidens vielleicht möglich scheint. Bis dahin sind Gedächtniskliniken und Alzheimer-Gesellschaften (deren Adressen sich im Anhang des Buches befinden) die einzige Hoffnung.

Über eine Millionen Alzheimer-Patienten gibt es in Deutschland, jedes Jahr nimmt die Zahl der Erkrankungen um etwa 50.000 Fälle zu. Dennoch ist die Krankheit noch immer ein Tabu, die Betroffenen und ihre Angehörigen ziehen sich zurück, Scham und Verdrängung prägen die Situation – so lange, bis die verheerenden Symptome nicht mehr zu leugnen sind, bis die Erkrankung unwiderruflich den Verfall anzeigt. Michael Jürgs liefert neben der faszinierenden Biografie Alois Alzheimers auch einen sachkundigen wie ehrlichen Blick auf die Krankheit selbst, er berichtet über wichtige Erkenntnisse aus Klinikalltag und Forschung und rückt damit die Krankheit ins Interesse einer größeren Öffentlichkeit.

 
 

Kurzvita

Michael Jürgs, Jahrgang 1945, war Chefredakteur von »Stern« und »Tempo«. Der vielfach ausgezeichnete Journalist hat sich als Autor zahlreicher Biographien einen Namen gemacht. Seine Bücher »Der Fall Romy Schneider«, »Der Fall Axel Springer«, »Die Treuhändler«, »Alzheimer«, »Gern hab' ich die Frau'n geküsst« (über Richard Tauber), »Bürger Grass« waren sämtlich Bestseller. Seine Axel-Springer-Biografie wurde mit großem Erfolg verfilmt.

 
 

Titelübersicht

» Alzheimer
» BKA
» Bürger Grass
» Codename Hélène
» Der kleine Frieden im Großen Krieg
» Der Tag danach
» Eine berührbare Frau
» Gestern waren wir doch noch jung
» Seichtgebiete
» Sklavenmarkt Europa
» Typisch Ossi - Typisch Wessi
» Wer wir waren, wer wir sind
» Wie geht's, Deutschland?

 
 
 
 

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