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António Lobo Antunes

Gestern in Babylon hab ich dich nicht gesehen

Roman

Originaltitel: Ontem Não Te Vi Em Babilónia
Originalverlag: Publicacoes Dom Quixote, Lda.
Aus dem Portugiesischen von Maralde Meyer-Minnemann

Deutsche Erstausgabe

Hardcover mit Schutzumschlag, 544 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-630-87217-9
€ 24,95 [D] | € 25,70 [A] | CHF 34,90* (* empf. VK-Preis) empfohlener Verkaufspreis
Verlag: Luchterhand Literaturverlag

Erscheinungstermin: 15. September 2008
Dieser Titel ist lieferbar.

António  Lobo Antunes - Gestern in Babylon hab ich dich nicht gesehen
 
 
 

Gestern in Babylon hab ich dich nicht gesehen

 

Buchinhalt

Der neue Roman des weltberühmten Literaten beschwört eine Nacht herauf, in der niemand schläft. Zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens geben sich verschiedene Menschen ihren Gedanken und Wachträumen hin, erzählen von ihrem Leben, wie es ist oder wie sie es sich ersehnen. Zwei Ehepaare, eine Tochter, undurchsichtige Beziehungen, Lebensgeschichten, die wieder verworfen werden, ein Selbstmord, der vielleicht gar nicht stattfand – eine Nacht, in der alles möglich ist, eine Nacht voller Stimmen und voller Einsamkeit.

Ana Emília arbeitet als Hausangestellte in einer Villa in Pragal bei Lissabon, wo sie eine alte, kranke Dame betreut. In der schlaflosen Nacht denkt sie an ihre Tochter, die sich mit 15 an einem Apfelbaum erhängt haben soll, an die Kommunikationslosigkeit in ihrer Ehe, an ihre Affäre mit einem Kollegen ihres Mannes bei der PIDE, an den mysteriösen Tod ihres Mannes. Außerdem kann sie nie vergessen, dass ihr Vater sie und die Mutter sitzenließ. Ana Emílias Geliebter, der mit seiner Frau und zwölf Hunden bei Évora wohnt, rechtfertigt seine Arbeit bei der Geheimpolizei, hat mit größter Grausamkeit so genannte Staatsfeinde gejagt, politische Häftlinge gefoltert und gequält. Sein Trauma ist der frühe Tod der Mutter, er wurde von seiner Schwester und dem unsensiblen Vater aufgezogen. Seine Ehe ist schon lang zerrüttet. Immer wieder denkt er an Ana Emílias Tochter, er glaubt nicht und wünscht sich doch, ihr Vater zu sein. Alice, seine Frau, arbeitet als Krankenschwester in einem Krankenhaus, sehnt sich nach ihrem Mann, der sie mehr oder weniger ignoriert. Erst von den im Selbstmord des Mädchens und dem Tod ihres Vaters ermittelnden Kripobeamten hat sie erfahren, dass ihr Mann sie betrügt, will es aber nicht wahrhaben. Sie hatte sich immer Kinder gewünscht, wurde aber aufgrund einer Abtreibung unfruchtbar. Außerdem leidet sie darunter, dass ihr Vater sie nie anerkannt hat; er hat als reicher Großgrundbesitzer seine Köchin, ihre Mutter, vergewaltigt.

Andere Personen - Ana Emílias (toter) Mann, ihre Tochter, Alice’ Vater, der Kripobeamte, eine Kollegin von Alice und die Schwester ihres Mannes - tragen ihre Version der Geschichte bei, und jeder erzählt auch von sich, seinen Kindheitserinnerungen, seinen Versehrungen und unerfüllten Träumen. Manche Versionen widersprechen sich, andere ergänzen einander, manches bleibt im Dunkeln, wie zum Beispiel die Frage, wer wirklich der Vater von Ana Emílias Tochter ist, warum die Tochter sich umbringt oder ob sie es überhaupt tut. Die Zeit der Diktatur in Portugal, verbunden mit der Gewaltwillkür der PIDE, hat all diese Leben und Geschichten gezeichnet, die sich in den Familien von Generation zu Generation fortsetzen. Aus den verschiedenen Stimmen, deren Anordnung einer inneren Harmonie und Gesetzmäßigkeit folgt, entsteht allmählich ein schillerndes Mosaik, das die stille Nacht der Einsamkeit jedes einzelnen und die Nacht eines Landes zeigt.

 
 

Kurzvita

António Lobo Antunes wurde 1942 in Lissabon geboren. Er studierte Medizin, war während des Kolonialkrieges 27 Monate lang Militärarzt in Angola und arbeitete danach als Psychiater in einem Lissabonner Krankenhaus. Heute lebt er als Schriftsteller in seiner Heimatstadt. Lobo Antunes zählt zu den wichtigsten Autoren der europäischen Gegenwartsliteratur. In seinem Werk, das mittlerweile zwanzig Titel umfasst und in über dreißig Sprachen übersetzt worden ist, setzt er sich intensiv und kritisch mit der portugiesischen Gesellschaft auseinander. Er erhielt zahlreiche Preise, darunter den "Großen Romanpreis des Portugiesischen Schriftstellerverbandes", den "Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur", den "Jerusalem-Preis für die Freiheit des Individuums in der Gesellschaft" und zuletzt die wichtigste Literaturauszeichnung im portugiesischen Sprachraum, den Camoes-Preis (2007).

 
 

Titelübersicht

» An den Flüssen, die strömen
» Anweisungen an die Krokodile
» Buch der Chroniken
» Das Handbuch der Inquisitoren
» Der Archipel der Schlaflosigkeit
» Der Judaskuß
» Der Tod des Carlos Gardel
» Die Leidenschaften der Seele
» Die natürliche Ordnung der Dinge
» Die Rückkehr der Karavellen
» Die Vögel kommen zurück
» Drittes Buch der Chroniken
» Einblick in die Hölle
» Einen Stein werd ich lieben
» Elefantengedächtnis
» Fado Alexandrino
» Für jene, die im Dunkeln sitzt und auf mich wartet
» Geh nicht so schnell in diese dunkle Nacht
» Gestern in Babylon hab ich dich nicht gesehen
» Guten Abend ihr Dinge hier unten
» Ich gehe wie ein Haus in Flammen
» Kommission der Tränen
» Leben, auf Papier beschrieben
» Mein Name ist Legion
» Mitternacht zu sein ist nicht jedem gegeben
» Portugals strahlende Größe
» Reigen der Verdammten
» Vom Wesen der Götter
» Was werd ich tun, wenn alles brennt?
» Welche Pferde sind das, die da werfen ihren Schatten aufs Meer?
» Zweites Buch der Chroniken

 
 
 
 

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"Nichts als vergangene Zukunft" von Sigrid Löffler www.dradio.de

 
 
 

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