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Waldtraut Lewin

Waldtraut Lewin, 1937-2017, studierte Germanistik und Theaterwissenschaft in Berlin und arbeitete als Opernübersetzerin, Dramaturgin und Regisseurin zunächst am Landestheater Halle und dann am Volkstheater Rostock. Seit 1978 arbeitete sie als freischaffende Autorin von Romanen, Hörspielen und Drehbüchern, für die sie zahlreiche Auszeichnungen erhielt.
Waldtraut Lewin

© Isabelle Grubert

 
 

 

 

Die »Drei Zeichen«-Trilogie

von Waldtraut Lewin

Die alte jüdische Legende vom Golem, dem Beschützer der Juden vor Terror und Pogromen, herüberzuholen in den Beginn des 20. Jahrhunderts, in die Zeit des erstarkenden Rassismus und Antisemitismus, schien mir ein reizvoller literarischer Ansatz.
Es geht um Traditionen, es geht darum, zu zeigen, wo die Wurzeln sind.

Im Bewusstsein der jungen Menschen von heute taucht das Judentum meist nur in Verbindung mit dem Holocaust auf. Aber was dem vorausging: die unglaublich reiche kulturelle jüdische Landschaft Anfang des 20. Jahrhunderts, die Interaktion zwischen den Juden und den Völkern, mit denen sie lebten – Anpassung einerseits und neu erstarkendes jüdischen Selbstwertgefühl andererseits –, das ist kaum mehr bekannt.
Wer weiß heute schon noch, dass es in Berlin um 1920 fast zwanzig jiddische Theater gab? In der Wiener Leopoldstadt waren es fast genauso viele, dazu kam gerade in Wien noch eine Fülle von politischen Kabaretts auf höchstem Niveau.
Das Jiddische, von der Außenwelt oft verächtlich nur als „Gemauschel“ bezeichnet, wurde endlich als vollwertige Sprache angesehen und etabliert.
Noch stärker als in Berlin wird das kulturelle Leben in der Donaumetropole beherrscht von jüdischen Regisseuren, Schauspielern, Malern, Dichtern, Wissenschaftlern. Nach der „kleinen Welt“ des Berliner Scheunenviertels taucht Leonie ein in eine glanzvolle, elegante und fortschrittliche Atmosphäre der Kunst und erlebt mit Stauen, wie sich hier alte K.und K.- Herrlichkeit mit der Moderne und der Avantgarde mischt. Leonie reift hier zur Künstlerin.
Aber trotz ihrer Faszination muss sie Wien verlassen: Um das zweite der drei Zeichen zu erlangen, muss sie mit ihrer Cousine einen „Handel“ eingehen und in der Stadt den Platz für die eifersüchtige Ältere räumen.
Ihre dritte Reise führt sie in ein widersprüchliches Spanien – aber hier findet sie wirklich zu ihren sephardischen Wurzeln und entdeckt, woher der Wunderglaube ihrer Großtante stammt.

Sephardische Lieder, über Jahrhunderte seit der Vertreibung aus Spanien im Gedächtnis der Familie, sephardische Kochkunst mit überlieferten altbekannten Gewürzmischungen, sephardische Tanzkunst und Schauspielerei begleiten Leonie auf dem Weg zurück zu den Traditionen. Und die Liebe schreibt ihre unauslöschliche Schrift in ihr Gemüt.

Zu den Quellen: Natürlich sind es immer Bücher, die einem Schreibenden den Weg weisen – neue Forschungen über die jüdische Theaterszene in Berlin und Wien, aus Archiven hervorgekramte Stücke oder Bruchteile des Repertoires dieser Theater. Kenntnis jüdischen Brauchtums und jüdischer Kultur war vorhanden und musste nur vertieft werden, genau wie das Jiddische, das noch aus dem Mund des Großvaters her vertraut war und das sich in den alten Stücken herzerwärmend wiederfand.
Und natürlich ist es die intime Kenntnis und die Liebe zu den drei Städten, in denen Leonie ihrem Schicksal begegnet: Berlin – Wien – Granada. Dazu kommt noch die Wohnstätte der „Ahnfrau“ in den Ostpyrenäen. Das Schloss Hermeneau ist erfunden, nicht so der mystische Ort Cerbère (Zerberus, der Höllenhund!), Eiffels Viadukt und die Station Port Bou.
Kochrezepte steuerte unter anderem der unkonventionelle Koch Henri Toulouse-Lautrec bei – im „Nebenberuf“ Maler.

Waldtraut Lewin

Der erste Teil von »Drei Zeichen sind ein Wort« ist bei cbj lieferbar.

 

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